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Andacht

1. Samuel 21-23

David im Exil

In 1. Samuel 21–23 sehen wir: Genauso wie Gott die sündigen Taten Sauls und der Philister benutzte, um seine Zusagen an David zu erfüllen, so benutzte er auch die sündigen Pläne des Pilatus und der Pharisäer, um Jesus als König zu krönen – und uns mit ihm auf einen Thron zu setzen.

Was geschieht hier?

Saul und David liegen im Streit um den Thron Israels. Gott hat David zum nächsten König erwählt, doch Saul ist zu allem bereit, um ihn vorher zu töten. Monatelang ist David auf der Flucht und macht kurze Zwischenstopps in mehreren kleinen israelitischen Dörfern. Jeder Halt führt ihn weiter und weiter weg von dem Thron, den Gott ihm eines Tages versprochen hat.

Doch obwohl David vom Thron weggetrieben wird, läuft er weiter auf Gott zu. In der Stadt Nob bittet David eine Gruppe von Priestern – Nachkommen des untreuen Priesters Eli – um Unterstützung und Rat (1. Samuel 22,13). Als Saul aber auftaucht und David sucht, lässt er in seinem Verfolgungswahn alle Priesternachkommen Elis bis auf einen niedermetzeln (1. Samuel 22,13.18).

David flieht in die Stadt Keïla. Und obwohl David noch nicht König ist, handelt er wie einer. Er riskiert sein Leben, um das Dorf vor einem Überfall der Philister zu schützen (1. Samuel 23,5). Saul ist König über Keïla, doch er handelt nicht wie einer. Als er herausfindet, wo David ist, mobilisiert er sein ganzes Heer, um das winzige Dorf einzuschüchtern, damit es David ausliefert (1. Samuel 23,7-8). Saul ist ein unwürdiger König. Er versinkt in eifersüchtigem Wahn und Gewalt.

Doch all das ist Teil von Gottes langsamem Plan, David als den wahren König Israels einzusetzen. Die Philister, die Feinde Israels, erkennen das deutlich und spielen dabei unwissentlich eine Rolle. Der Philisterkönig Achisch nennt David den wahren König Israels (1. Samuel 21,11). Und als David von Sauls Truppen eingekesselt wird, zwingen die Philister Saul zum Rückzug und geben David die Gelegenheit zu entkommen (1. Samuel 23,27-28).

David ist vorläufig noch auf der Flucht vor Saul, aber es ist offensichtlich: Gott ist mit David und wird ihn bald zum König krönen. Gott benutzt sogar die Feinde Israels, um das zu beweisen.

Wo ist das Evangelium?

Gott hat das religiöse und politische Drama Israels vollständig in der Hand. Gott hatte dem untreuen Priester Eli gesagt, dass seine Nachkommen von Unglück gezeichnet sein würden (1. Samuel 2,31-33). Sauls Verfolgungswahn in Nob erfüllte diese Prophetie, als er 85 von Elis Nachkommen ermordete (1. Samuel 22,19). Gott hatte Saul schon gesagt, dass das Königtum ihm aus der Hand gerissen und einem Würdigeren gegeben würde (1. Samuel 15,28). Saul kann nicht gegen Gott kämpfen – deshalb entkommt David immer wieder. Gott wusste, dass der Vormarsch des Philisterheeres David die Gelegenheit zur Flucht geben würde (1. Samuel 23,28).

Viele Lieblingspsalmen von Christen stammen aus dieser Zeit im Leben Davids (Psalm 142,7). Jesus hat einige davon sogar selbst gebetet (Psalm 22,2). Die Kluft zwischen dem zugesagten Königreich und der Tatsache, dass die mächtigsten Männer Israels ihn jagten, zwang David dazu, Trost bei einem Gott zu finden, dessen Pläne größer waren als die Umstände, die er vor Augen hatte. Davids Psalmen bringen immer wieder die Hoffnung zum Ausdruck, dass jeder einzelne seiner Feinde an Gottes Leine hängt (Psalm 2,1.4).

Es leuchtet ein, dass Jesus diese Gebete ebenfalls gebetet hat. Wie David war ihm ein Königreich zugesagt, und doch wurde er von den Machthabern seiner Zeit gejagt (Matthäus 12,14). Wie der würdige König David zieht Jesus in den Kampf und riskiert nicht nur sein Leben, sondern verliert es. Doch genauso wie Gott die sündigen Taten Sauls und der Philister benutzte, um seine Zusagen an David zu erfüllen, so benutzte er auch die sündigen Pläne des Pilatus und der Pharisäer, um Jesus als König zu krönen (Apostelgeschichte 2,23).

Gott hat größere Pläne als die Umstände, die wir sehen können. Unser Leiden liegt nicht in seinem toten Winkel – so wenig wie die Qual Jesu darin lag. Gott kann die Sündhaftigkeit von Priestern, den Wahn von Königen und die Gewalt eines Mobs so lenken, dass daraus sowohl Davids Königreich als auch das ewige Reich Jesu hervorgeht. Und Gott kann ganz gewiss alles zum Guten wenden für die, die ihn König nennen (Römer 8,28). Gott hat das Drama des Lebens vollständig in der Hand, und auch wenn wir uns jetzt gejagt fühlen, werden wir schon bald wie David und Jesus herrschen (Epheser 2,6).

Sieh selbst

Der Heilige Geist möge dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der das Böse anderer so lenkt, dass er seine Zusagen erfüllt. Und mögest du Jesus als den König sehen, der alles zum Guten wendet für die, die ihn lieben.

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